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Tipps & Tricks Know-how zur Digitalfotografie
Digitalbilder für Druck und Web, RAW-Format
Immer mehr Einzug finden digitale Bilder auch in den Alltag von Zeitungsredaktionen und Druckereien. Waren zum Anfang der Digitalfotografie diese Aufnahmen qualitativ nämlich noch zu schlecht, so holte die Technik die letzten Jahre auf und lässt nun auch den Einsatz digitaler Fotos problemlos zu. Gerade für Bilder der Hauptversammlung des Vereins oder den Druck eigener Broschüren können auch Sie Ihre digitalen Bilder gut einsetzen.
Für in diesem Bereich weniger erfahrene Fotografen stellt sich aber die Frage, in welcher Qualität die Bilder vorliegen müssen. Wählt man eine hohe Auflösung ist der Speicherchip schnell voll, fotografiert mit einer zu niedrigen Auflösung sind die Bilder nicht zu gebrauchen. Von daher ist zu empfehlen, lieber mit einer größeren Auflösung zu arbeiten, da es sonst zu pixeligen und damit unschönen Drucken kommt.
Um hier also keine Enttäuschungen zu erleben, sollten Sie die Auflösung der unkomprimierten Bilddateien genau berücksichtigen. Gedruckt werden Fotos in der Regel mit 300 dpi, welche Formate dann mit welcher Auflösung möglich sind sehen Sie in der Tabelle:
| Auflösung in Megapixel | 1,3 | 2,1 | 3,3 | 4,1 | 5,0 | | Bildformat | 9x13 cm | 10x15 cm | 13x18 cm | 14x19 cm | 16x21 cm |
Wenn Sie also bereits im Vorfeld wissen, wie groß die Fotos gedruckt werden sollen, können Sie Ihre Kamera optimal dafür einstellen. Denken Sie aber bitte daran, dass oft nur ein Bildausschnitt abgedruckt wird. Wenn Sie also ein Bild für einen Druck in der Größe von 9 cm Breite benötigen, empfehlen wir Ihnen die Auflösung mindestens des nächstgrößeren Formats zu wählen, damit eventuell der Bildrand beschnitten werden kann.
Auf die Dateigröße bezogen wesentlich „kleiner“ sollten natürlich Fotos sein, die im Internet eingesetzt werden. Dennoch bedeutet das nicht, dass Sie alle Stellschrauben ganz nach unten drehen sollten, nur um Bilder mit geringen Dateigrößen zu erhalten. Warnen möchten wir Sie vor allem vor einer zu übertriebenen JPEG-Komprimierung. Denn je mehr Komprimierung Sie verwenden, desto schlechter wird auch die Bildqualität – selbst für den Einsatz im Web.
Wie sollte man seine Kamera also einstellen? Wir empfehlen Ihnen, eine niedrige, aber moderate Komprimierung und gleichzeitig eine reduzierte Bildgröße (z.B. 1024x768 Pixel), da diese beiden Einstellungen die beste Balance zwischen Format, Bildqualität und Dateigröße bieten. Ihre Fotos dürften damit eine Dateigröße von rund 120 KB haben. Für den Einsatz im Internet ist diese Datenmenge aber immer noch zu groß. Eine weitere Komprimierung sollte daher in einem Bildbearbeitungsprogramm vorgenommen werden. Die meisten Programme dieser Art haben spezielle Speicherfunktionen für Bilder, die ins Internet gestellt werden. Bei Photoshop beispielsweise wird dies mit dem Befehl „Für Web speichern“ durchgeführt, andere Programme haben ähnliche Bezeichnungen.
Beim Thema der verschiedenen Komprimierungen muss auch auf ein Format hingewiesen werden, dass bei neueren und besseren Digitalkameras meist gewählt werden kann, bei vielen Hobbyfotografen aber weitgehend unbekannt ist: das RAW-Format.
Dieses Format sorgt für eine verlustfreie Komprimierung – im Gegensatz zur JPEG-Komprimierung, bei der bestimmte Bildinformationen beim Speichern verloren gehen und für eine spätere Bildbearbeitung nicht zurück gewonnen werden können. RAW-Bilder werden zwar ebenfalls komprimiert, jedoch gibt es durch die Verwendung eines anderen Verfahrens keine Verluste an wichtigen Bildinformationen, ähnlich wie bei einem Bild im TIFF-Format. Der Vorteil dazu: Im RAW-Format benötigt das Foto nur etwa ein Viertel des Speicherplatzes, der von einem TIFF-Bild belegt werden würde.
Um Bilder im RAW-Format auch nutzen zu können, müssen die Fotos nach der Übertragung auf Ihren PC mit einem speziellen Programm – das üblicherweise mit der Kamera mitgeliefert wird – in das TIFF-Format umgewandelt werden. Ein weiterer Vorteil: das RAW-Format liefert nicht nur Farbinformationen mit 24 Bit, sondern kann mit bis zu 48 Bit entpackt werden. Dadurch können zum Beispiel die Helligkeit und die Farbe mit einem wesentlich höheren Toleranzwert bearbeitet werden, ohne mit einem Detailverlust in kritischen hellen oder dunklen Passagen rechnen zu müssen. Wichtig zu wissen ist hier aber, dass nicht alle Bildbearbeitungsprogramme 48 Bit Farbtiefe unterstützen.
Mit dieser Ausgabe der fotoKASTEN-Tipps schließen wir das Kapitel zur optimalen Bildqualität ab. Frühere Ausgaben können Sie auf unserer Website finden, umfassend werden Sie auch in dem Buch „Digitale Fotografie“ informiert, dass es in unserem Zubehör-Shop gibt. Die nächsten fotoKASTEN-Tipps geben Ihnen Rat, was unterwegs auf Reisen und im Urlaub zu beachten ist.
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