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Messmethoden und Fehler bei der Belichtung


Nun aber erst mal zu den Messmethoden, die alle ihre ganz speziellen Vor- und Nachteile haben. Selten verwendet wird heute die Integralmessung. Sie ist bei „problemlosen“ Motiven beliebt, bei denen man nicht auf Detail- und Kontrastmessungen achten muss. Wegen der gleichmäßigen Hell-Dunkel-Verteilung über das gesamte Bildfeld ist diese Methode zu empfehlen, wenn dass (an)gemessene Motiv auch wirklich dem gewünschten Bildausschnitt entspricht.

Am häufigsten wird die mittenbetonte Messung verwendet, die wir Ihnen auch für alle Schnappschuss-Situationen empfehlen. Sie bereitet auch ungeübten Anwendern keine Probleme und liefert durchschnittliche Resultate, ohne dass selbst Einstellungen vorgenommen werden müssen. In vielen Situationen ist sie das beste Mittel, um die Belichtung schnell und einfach auf bildwichtige Bereiche abzustimmen. Sozusagen eine Weiterentwicklung stellt die Matrixmessung dar. Diese vielseitige und intelligente Variante ist allerdings meist nur in hochwertigen Kameras integriert.

Schwierige Belichtungssituationen werden mit der Spotmessung gemeistert, wobei man sich hier nicht vor dem Mehraufwand für die punktgenaue Messung der Motivdetails abschrecken lassen darf. Die für extreme Licht- und Kontrastverhältnisse geeignete Messmethode sollte allerdings nicht unbedacht und ungenau angewendet werden, da sonst schnell falsche Ergebnisse und unbefriedigende Aufnahmen die Folge sind. Selbst erfahrene Profifotografen entscheiden sich nur für die Spotmessung, wenn diese wirklich erforderlich ist.

Die richtige Belichtung ist neben der Wahl des besten Motivausschnitts die erste Voraussetzung für gelungene Ergebnisse Ihrer Fotografien. Belichtungsfehler gilt es also wenn möglich zu vermeiden. Ein häufiger Fehler ist die Überbelichtung. Diese Bilder sind nicht nur zu hell, sondern auch detailarm und blass. Selbst mit Bildbearbeitungs-Programmen sind diese Fehler oft nicht mehr zu korrigieren.

Häufigste Ursache bei Überbelichtung sind zu hoch eingestellte ISO-Werte oder Blitzaufnahmen mit einem zu geringen Motivabstand. Bei manueller Belichtungsmessung entstehen überbelichtete Bilder außerdem durch zu lange Verschlusszeiten oder einer zu großen Blende.

Das Gegenteil sind unterbelichtete Bilder, bei denen zu wenig Licht den Sensor erreicht. Folge ist die „schmutzige“ Wiedergabe von Farben und der Verlust von Detailzeichnungen. Zwar kann man Bilder mit Unterbelichtung mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen oft noch retten, die Bildqualität insgesamt leidet aber immer. Die Ursachen für die Unterbelichtung sind oft im Automatikmodus der Kameras zu finden. Bei schwacher Beleuchtung werden nämlich die Verschlusszeiten nicht lange genug gewählt. Außerdem ist häufig der Radius des eingebauten Blitzes nicht groß genug, um das Hauptmotiv zu erreichen oder vollständig zu erhellen.

Ein nette Funktion ist die automatische Belichtungsreihe, die sich bei vielen Digitalkameras anwählen lässt. Mit dieser Funktion ändert die Kamera die Belichtung innerhalb eines vorgegebenen Bereichs und macht drei verschieden belichtete Aufnahmen. Die Reihenfolge dabei ist Idealwert – Unterbelichtung – Überbelichtung. Vorteil dieser Methode: Die Chance, dass eine der Aufnahmen nahe am gewünschten Belichtungsideal liegt, vergrößert sich. Auch Berufsfotografen sichern sich übrigens in kritischen Situationen damit ab – für einen Volltreffer in schwierigen Lichtsituationen.
© 2003-2007 by Tinte & Klecks Limited. Veröffentlichung, auch teilweise, nur mit schriftlicher Genehmigung.




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