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Know-how zur Digitalfotografie



Techniken für die Belichtungsmessung


Die in den Kameras eingebauten Belichtungsmesser arbeiten nach dem Prinzip der Objektmessung. Das bedeutet, dass das vom Motiv reflektierte Licht gemessen wird. Dafür wird das Bildfeld in wichtige und weniger wichtige Zonen aufgeteilt. Da das Hauptmotiv meist in der Bildmitte platziert ist, wird die Belichtungsmessung auch vorwiegend auf diesen Bereich konzentriert – man spricht von der mittenbetonten Messung. Die Belichtungswerte werden zwar über das gesamte Bild ermittelt, die Bildmitte wird aber stärker berücksichtigt. Bei den Grundeinstellungen der meisten Kameras bemerkt man dies durch den eckigen Rahmen, der im Sucher beziehungsweise im Monitor abgebildet wird. Dieser zeigt den Ausschnitt an, innerhalb dessen die Messung für die Belichtungswerte mit 60 Prozent gewertet werden.

Daneben ist die Integralmessung die einfachste Form der Objektmessung. Hier umfasst die Messung das gesamte Bildfeld, jedes Motivdetail wird entsprechend seiner Helligkeit und Größe gewichtet. Aus dieser Beschreibung wird deutlich, dass das Messfeld möglichst genau mit dem Bildausschnitt, der fotografiert werden soll, übereinstimmen muss. Die Integralmessung ist daher nur für Standardsituationen geeignet, bei denen das gesamte Motiv eine ausgewogene Helligkeit aufweist. Weicht das Hauptmotiv in der Helligkeit aber in größerem Maße ab, so versagt die integrale Messmethode.

In diesem Fall sollte die Matrixmessung gewählt werden. Dies ist eine relativ neue und sehr intelligente Messmethode in der Fotografie und wurde für die höheren Ansprüche der Fotografen entwickelt. Dabei wird die Bildfläche in mehrere, zur Bildmitte kleiner werdenden Sektoren aufgeteilt, die alle mit aktiven Autofokus-Messfeldern verknüpft sind. Von diesen werden relevante Daten über Größe, Lage, Entfernung und natürlich Helligkeit gesammelt, um sie in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander zu setzen. Gute Digitalkameras verwenden hierfür übrigens bis zu 300 Sektoren.

Bei sehr komplizierten Lichtverhältnissen, bei denen weder die Integral-, noch die Matrixmessung zufriedenstellende Ergebnisse liefern, sollten Sie die so genannte Spotmessung (Spot = Punkt) wählen. Diese berücksichtigt nicht mehr wie die eben zwei Beschriebenen Messmethoden das ganze Motiv, sondern konzentriert sich ausschließlich auf Werte aus einem sehr kleinen Bereich der Bildfläche – im Regelfall nur zwischen 1 % und 2,5 %, der Rest wird nicht berücksichtigt. In der Bildvorschau sehen Sie einen Kreis oder ein ähnliches Symbol, welches das Spotmessfeld markiert. Bei schwierigen Lichtsituationen wie Gegenlicht oder hohen Motivkontrasten erhalten Sie durch den engen Messbereich zuverlässige Werte, um den punktgenauen Belichtungswert eines wichtigen Details zu bestimmen. Diese Methode ist zwar die anspruchvollste, aber es ist doch schön, dass man bei einer Digitalkamera das Ergebnis gleich sieht und das Bild notfalls wieder löschen kann. Warum versuchen Sie sich also nicht einfach mal mit der Spotmessung, einfacher ging’s noch nie!
© 2003-2007 by Tinte & Klecks Limited. Veröffentlichung, auch teilweise, nur mit schriftlicher Genehmigung.




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